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Mittwoch, 11. Oktober 2017

Coat of Plates Endstand


So, heute im Training haben wir's geschafft mal Bilder zu machen. Hier eben mit Blankwaffen. Leider ist mir die Ellbogen-Kachel etwas abhanden gekommen. Das ist etwas, was mich bei dieser ganzen "ich binde meine Rüstung mit Lederbändern an mein Polsterzeug"-Geschichte echt nervt. Reißende Lederbänder. Egal, enjoy!

Dienstag, 26. September 2017

Coat of Plates Teil 3


Jetzt hat's mich doch gepackt, hier der nächste Part!
So, nun zum flauschigen Teil. Bei meinem Lieblings-Stoffhändler in Bruchsal (Haelson) habe ich wunderschönen grünen Wollstoff für 6€/m bei 1,40m Stoffbreite gefunden. Das wird das Deckmaterial. Als Trägermaterial hat er mir versteiften Leinen gegeben. Wie versteift? Keine Ahnung, aber es ist ziemlich ziemlich ziiiiiemlich fest. 4€ den Meter, ebenfalls grün. Klasse. Den Schnitt habe ich ebenfalls an der Puppe abgenommen, auch hier wieder auf der Mittelline Brust/Rücken halbiert um eine Symmetrische Form zu bekommen.
Hier sollte man neben der Nahtzugabe noch ordentlich was obendrauf geben, da sich die Metallteile ja überlappen und sie somit den Umfang deutlich erhöhen. Bei mir haben 2cm leider nicht gereicht, ich habe daher einige Spangen nachträglich gekürzt.
Ich habe die beiden Stoffe verstürzt, also auf Links genäht (wichtig bei manchen Stoffen) und dann umgestülpt. Hat man hierbei Rundungen oder Ecken, wie am Halsauschnitt oder bei Zaddeln, muss man den Stoff einschneiden. Konkave Stellen: Gerader Schnitt zur Naht hin (Der Stoff müsste sich an dieser Stelle mehr dehnen als er kann, also entsteht Spannung -> Faltenwurf).  Bei Außen-Ecken sollte man die Spitze abschneiden, Bei Innen-Ecken eine Winkelhalbierende schneiden, dann kann man sie sauberer umstülpen.

Konvexe Stellen: V-Schnitte aneinander setzen (Der Stoff würde sich sonst stauen -> Ecken statt Rundungen).
Ergebnis:

Wieder was nettes von meiner Frau gelernt :)
Jetzt geht es darum, Metall und Stoff zu kombinieren. Dazu habe ich mir erstmal mit Schneiderkreide Mittellinien auf den Stoff eingezeichnet. Ebenfalls habe ich vor dem vernieten jeder Spange markiert, wo die untere Kante sitzen muss, wenn die Überlappung korrekt gesetzt ist.

Zum Nieten ist nicht viel zu sagen: Blechteil aufgelegt, Loch mit einer Ahle in den Stoff vorgestochen (um Himmels willen kein Loch stanzen/schneiden, sonst reißt der Stoff weiter). Nagel vorsichtig durch Stoff und Blech, Unterlegscheibe drauf (wegen Alu will ich die Last verteilen), mit ner ordentlichen Zange abgeknipst (viel Hebelwirkung, sonst sehr Anstrengend bei der Zahl von Nieten/Nägeln). 1-2 Schläge mit dem flachen Hammer von oben um den Schaft zu "setzen", dann mit dem Kugelhammer leichte Schläge auf die Kante des Nagelschaftes. Voila! Und immer ein Loch nach dem anderen.
Und nach 110 Nieten sieht das so aus:

Leider etwas unscharf... Aber ist halt so.
Das Rückenteil war erwartungsgemäß etwas aufwändiger:
Nichtsdestotrotz habe ich es geschafft den Rücken an einem Tag komplett zu vernieten. Mein Körper hat's mir natürlich gedankt. Ich denke vor allem das abpetzen der Nägel hat letztendlich 3 Tage vor Epic-Beginn noch zu einer leichten Sehnenscheiden-Entzündung geführt, welche aber durch konsequenten Ibu/Diclo-Einsatz bis Mittwoch Abend geheilt werden konnte (Phew!).
Abschließend gab's noch ein paar Leder-Riemen (zu dünn, muss ich nochmal machen) und Schnallen. Ich hatte überlegt, die Schnallen aus Nägeln selbst zu machen, habe dann aber gesehen, dass Zeughaus super schicke Rüstschnallen mit Beschlag-Blech für 1€ pro Stück (!) verkauft. Für das Geld mach selbst ich das nicht selber :D
So, da ich auf dem Epic meistens meinen Wappenrock getragen habe, gibt's leider noch keine schönen Action-Shots.
Ich hole das nächste Woche im Fecht-Training mal nach :)

Montag, 4. September 2017

Coat of Plates Teil 2

Nachtrag zum Folie-/Duct-Tape wickeln: Nachdem die Folie gewickelt war, haben wir zuerst einige senkrechte Streifen geklebt und zwar so weit, dass die Folie auch an den Beinen fixiert war. Sie rutscht sonst hoch und die Puppe wird zu kurz (wie beim ersten Versuch).
Als alle Teile aufgezeichnet waren habe ich die einzelnen Teile mit Seidenpapier (per Magnet an der Puppe befestigt) abgenommen und sie jeweils für die Überlappungen um 1,5cm in die entsprechende Richtung verlängert (Die Spangen also nach oben). Das Seidenpapier lag beim aufzeichnen doppelt, die Faltkante auf der Mittelline von Brust/Rücken. So bekommt man ein einigermaßen symmetrisches Ergebnis.

Alles ausgeschnitten, aufs Blech gelegt, angezeichnet. Wichtig: Alle Teile sauber beschriften, ggf sogar auf der späteren Außenseite die Teilenummer, Orientierung (wo ist oben) und R/L (also Körperseite) einritzen, da sich Permanentmarker schon ab und an mal abwischt (Öl von Werkzeugen ist des Permanentmarkers Tod!). Anschließend mit der elektrischen Blechschere (Makita JS 3200) ausgeschnitten. Die ersten Schnitte habe ich mit diesem Monster von Hand gemacht, aber nach spätestens 2 Spangen braucht man eine Pause. Mehr Fliehkraft als eine Winkelschleifer... Unterarm-Killer. In den Schraubstock eingespannt ist das jedoch ein Traum in Sachen Ergonomie und Präzision: Ich hoffe man kann das Video aufrufen...
Ansonsten gibt's hier noch ein Bildchen:


Zum Entgraten benutze ich einen Winkelschleifer (ebenfalls per Schraubstock fixiert) mit ziemlich abgenutzter Fächerscheibe und ehemals 120er Körnung. 2 Durchgänge: Ganz flach, Drehrichtung der Scheibe zur Kante hin: Der Grat stellt sich auf die Kante. Im zweiten Durchgang sehr Steil, kaum die Kante berühren, der Grat wird abgerissen. Man muss an ein paar Stellen sicher nochmal mit der Feile ran, aber angesichts der Kantenlänge die sich durch die vielen Einzelteile ergibt spart man sich eine Menge Zeit (Schnell geht's trotzdem nicht). Auch hier wieder in stiller Hoffnung auf ein abspielbares Video...

Als Niete verwende ich Dachpappstifte aus dem Baumarkt. Die, die ich bekommen habe, haben einen Kopfdurchmesser von ca. 10mm (-> im Vergleich zu normalen Nieten größere Auflagefläche auf dem Stoff, ergibt weniger Belastung!) und sollten einen Schaftdurchmesser von 2,8mm haben. Jetzt sind aber a) die Spitzen nicht sauber abgeschnitten (haben einen fetten Grat) und b) haben einige der Stifte lustige Rillen am Schaft (mag ja in anderem Kontext toll sein, hier nervts...). Also passten sie nicht sauber durch die 3mm Löcher die ich mit meiner "Edel 24" Handlochstanze gestanzt habe.

Also aufgebohrt auf 3,2mm... passt immer noch nicht. Aufgebohrt auf 3,3mm -> Flutscht! Entgraten wäre beim Stanzen kaum notwendig gewesen (die Stanze arbeitet auf der Stempelseite sehr sauber). Wenn man aber bohrt sollte man auf der Seite, wo später der Stoff ist die Löcher auf jeden Fall immer sauber entgraten -> Kegelsenker. Die Grate fressen sonst auf Dauer den Stoff, das gibt -1 auf Integrity pro Stunde Tragedauer :P

Beim Formen haben mir zwei Dinge massiv geholfen, die ich mir aus ein-und-demselben Teil gebaut habe. Ich hab auf dem Schrottplatz (oh ja, da bin ich gern!) eine alte Argon-Flasche für nen 10er bekommen. So ein 20L/200Bar Teil. Da habe ich Kopf und Boden abgeflext(vorher habe ich die ganze Flasche mit Wasser gefüllt um auch sicher jegliches Restgas zu entfernen. Wer weiß ob da als letztes wirklich ein Intertgas drin war ;) ).

Der Boden hat eine Schalenförmige Vertiefung, hervorragend zum Metall treiben. Hier noch in unpoliertem Zustand:

Der Kopf ist momentan zu nix zu gebrauchen, aber die Mitte ist toll um große radien (Spangen!) darüber zu biegen. Bei Alu geht das beinahe noch von Hand, aber mit sowas ists angenehmer.


Zusätzlich hatte ich mir von einem Kumpel einen Kugelförmigen Setzstöckel geliehen (www.schmiedeonline.com macht sowas auf Bestellung). Diesen habe ich benutzt um die Brustplatte zu "raisen" (kenne nur den englischen Fachbegriff).

Ein Stück Bahngleis kam zwischendurch auch zum Einsatz.

Damit die Belastung für den Stoff weiter reduziert wird (Die Nägel haben leider einen fiesen Grat auf der Unterseite des Kopfes), kommen Unterlegscheiben aus Leder unter den Nagelkopf. Hier kann man ein bisschen mit dem Design spielen. Ich habe mich für die Fleischseite eines dunkelrot durchgefärbten Leders entschieden um einen netten Kontrast zu meiner grünen Wolle zu bekommen. 12er Locheisen aus dem Baumarkt (ich musste nichtmal hauen, so scharf war das... Einfach aufsetzen und mit etwas Druck drehen), danach jeweils mit der Revolverlochzange mit ca. 2,5mm gelocht. Kann man prima beim Serien schauen machen. Insgesamt habe ich davon wohl so um die 250 Stück angefertigt.

Hier noch ein kleiner Teaser: Die Teile der Vorderseite probehalber mit Tape zusammengefügt. An dieser Stelle habe ich bemerkt: "Die letzte Spange lässte besser weg..."

So, ich bin jetzt für eine Woche außer Gefecht, danach geht's hier mit dem nächsten Teil weiter.

Freitag, 1. September 2017

Coat of Plates Teil 1

Mal wieder was neues für den Ottokar...
Leider musste ich mich von meinem Kettenhemd verabschieden(Skoliose + Morbus Scheuermann = kaputter Rücken).
Bisher hatte es meine Churburg-Segment-Brustplatte ergänzt, aber letztes Jahr auf dem Epic habe ich gemerkt, dass ich es unmöglich länger als 3 Stunden am Stück tragen kann.
Daher: Was anderes muss her. Adäquater Schutz bei leichtem Gewicht. Also muss ich wohl etwas schummeln. Norton Armouries wäre eine Option gewesen, aber mir zu teuer und ich will ja gefälligst basteln.
Zudem will ich mich zeitlich sowieso eher etwas genauer festlegen (also noch ein Punkt der gegen Norton spricht). Passend zu dem Splintenzeug wäre also ein früher Plattenrock im Stile von Otto von Orlamünde, Walther Bopfinger, Wilhelm von Bopfingen Rudolf von Hürnheim oder Rezzo von Bächlingen genau mein Ding. Grundsätzlich also dieser Stil:



Passend zu diesem Thema habe ich auch ein Pinterest-Album zusammengestellt, wer also mal stöbern mag:
Pinterest

Also ist ein bisschen Scavenging auf dem Schrottplatz angesagt gewesen und dort habe ich ca 4kg Alublech in 1,5mm gefunden. 9€. Unschlagbar günstig und deutlich mehr als nötig für dieses Projekt. Der Rücken freut sich :)
In einem ersten zwischendurch-Versuch habe ich probiert die Spangen/Lamellen hierfür aus Karton zu fertigen und schnell festgestellt: Die müssen, wenn sie flach auf dem Boden liegen eine gebogene Form haben.
Wie aber die richtige Form finden? In der United League of Armourers (Facebook Gruppe, sehr empfehlenswert) habe ich gesehen, wie die Amis immer Körperteile mit Resin-Verbänden abformen. Die sind hier aber schweineteuer.
Also: 1 Lage Frischhaltefolie + Ducttape. Zu beachten: Alles was Form gibt vorher anziehen! Vor allem was eine Taille macht. Das hatte ich nämlich nicht beachtet, deshalb konnte ich den ersten Versuch (Gambi über T-Shirt) glatt in die Tonne treten. Da wäre nämlich auch exakt das dabei rausgekommen: Tonnenform.



Also nochmal mit Wams und Lentner (Lendengurt zum befestigen der Beinteile) drunter:


Viel besser.
Bei der Formgebung habe ich mich wie gesagt auf die o.g. Herren gestützt. Leider sieht man da keinen Rücken und eines der wenigen zusammenhängenden Fundstücke  ist ziemlich unvollständig. Ich habe mich dann dazu entschieden, mich an der St. Georgs Statue von Prag zu orientieren. Ist leider eine ganz andere Zeit (ca +70 Jahre), aber man mag es mir verzeihen. Ich wollte vor allem diese ausgeklügelte Artikulation für die Schultern ausprobieren. Besonderheit vorne: Bei Walther und Rezzo kann man am Armausschnitt (evtl. mit etwas gutem Willen) ebenfalls ein Geschübe erkennen. Fand ich interessant, habe ich "kopiert".
Auf die entstandene Puppe wurden dann die entsprechenden Teile aufgezeichnet:

Donnerstag, 6. Oktober 2016

Aventail 2.1 Endlich zufrieden


So, am Wochenende habe ich das Projekt Brünne endlich abgeschlossen und auch ein paar bessere Bilder geschossen. Hier erstmal das Brünnenleder in all seiner Pracht:
An der Seite der Gesichtsöffnung habe ich die Brünne mit einzelnen Drahtkrampen befestigt. Das Nähen ging mir echt  auf den Keks. Für die Sicherung an den Verveilles muss ich mir mal noch ein schönes dünnes Band suchen, dass durch die beiden Verveille-Typen, die ich jetzt am Helm verbaut habe hindurchpasst. Oder verdrillten Messingdraht, das wäre natürlich auch nice.

Und so sieht das nun von vorne aus. Die Brünne verdeckt nun den viel zu großen Gesichtsausschnitt und ist durch das Lederband auch straff gespannt. Und der anklebe-Bart (den spar ich mir noch bis zum Ritter) hängt über die Brünne drüber. Das hat mir Richtung Ende des Projekts nochmal einen ordentlichen Motivationsschub gebracht :D
Das Problem des Durchhängens am Kinn habe ich gelöst, indem ich die oberste Reihe enger zusammengefasst habe. Also im Prinzip eine weitere Reihe draufgesetzt, nur statt 2 in 1 habe ich 3 in 1 zusammengefasst.
Projekt Helm: Abgeschlossen!

Montag, 8. August 2016

Shiny Shoes and Asshole Aventail


So, der Winter ist rum, die Splinten sind fertig und das nächste Projekt ist auch schon mehr oder minder abgeschlossen. Gerade rechtzeitig zum Epic sind die Sabatons nun "tragbar". Noch nicht perfekt, da die Politur noch grob ist und die Schuhe noch keine durchgehenden "Grat" obenauf haben, aber tragbar.
Mehr oder minder war das sowieso nur ein Lern/Übungsprojekt. Die Schuhe sind aus DC1, also Tiefziehstahl. Wenn mir da jemand drauftappt sind die mit großer Wahrscheinlichkeit hinüber. Die nächsten werden dann härter....

Das zweite Projekt war, die Brünne an meinem Bascinet mal auf ein historisches Level hochzuziehen. Ich hab dafür zwei schicke Dreiecke geflochten und dabei geflucht wie ein Rohrspatz. Ich finde Sarwürken ist der reinste Brainfuck.
Nachdem ich eine (wie ich meinte) ausreichende Länge und Breite erreicht habe, hab ich erstmal das alte Brünnenleder abgetrennt, neue Kloben an den Helm genietet an die ein neues (punziertes) Brünnenleder angebracht wurde und dann die Kettenteile wieder angenäht.
Leider ist die Brünne vom Umfang her zu groß, aber das konnte ich in der kurzen Zeit nichtmehr korrigieren. Die Dreiecke waren leider auch zu schmal und zu kurz, sodass ich nach dem anbringen noch was angeflechtet hab. Mir geht nun aber endgültig die Zeit aus, daher muss es nun fürs Epic so reichen:


 
Crazy-Face-Ottokar
Und jetzt besser wieder Klappe zu...


Dienstag, 1. März 2016

Donnerstag, 24. Dezember 2015

Splintenzeug Teil 10: Nieten

Weihnachten hat schon sein Gutes: Endlich mal wieder Zeit und Muße zum Schreiben :D
Wie geplant bin ich über die Weihnachtsmarkt-Zeit dazu gekommen ein bisschen zu nieten. Ich habe mit den Oberschenkeln begonnen, weil... Ja weil halt. Keine Ahnung.

Hier sieht man mich beim konzentrierten Arbeiten. Ich verwende 3mm Nieten mit 8mm Schaftlänge. Passt wunderbar, ich musste keinen einzigen Niet auf eine andere Länge kürzen. Um die Splinten auf der Rückseite zu sichern, verwende ich M3er Unterlegscheiben. Diese haben einen relativ geringen Durchmesser. 1.) Durch die schiere Menge an Nieten wird hier wahrscheinlich nichts ausreißen. Zur Erinnerung: Alle 2,5cm sitzt eine Niete. 2.) weniger Material=weniger Gewicht. Meine Rüstung kommt jetzt schon gefährlich nahe an die 30 kg ran, laut Tobias Capwell wird eine Rüstung ab dem fünfundzwanzigsten Kilo ineffektiver. Aufgrund des kleinen Scheibendurchmessers ist es schwierig die ersten Schläge ohne Hilfsmittel zu machen. Auf Dauer gibt es blaue Fingernägel. Also habe ich mir ein kleines Werkzeug gebaut. Hier sieht man es besser:

Es ist ein kleines Stück Bandstahl, wie es zum Binden von Paletten verwendet wird. Ich habe etwa 8mm vom Rand ein 3mm großes Loch gebohrt und es nach vorne hin ausgesägt. Ich kann somit das Material zusammendrücken und Niete+Scheibe an der richtigen Position halten. An meiner verkrampften Handhaltung kann man erkennen, dass ein ordentlicher Holzgriff noch eine nette Sache wäre.
Als Auflage für die Nieten nutze ich übrigens einen Bleibarren. Der gibt genug Widerstand um eine saubere Vernietung zu gewährleisten, und schützt andererseits den runden Nietkopf vor abflachung. Ab und an muss man den Barren wieder platt hauen, da er nach 20 Nieten aussieht wie die hässliche Seite des Mondes. Um an Blei zu kommen einfach mal im örtlichen Schützenverein vorbeifahren und fragen ob man den Kugelfang der Luftgewehrbahn leeren darf. Dann kann man das auf einem Gaskocher in einem alten Topf aufkochen und in Barren o.Ä. gießen.
Nach 107 Nieten pro Oberschenkel sieht das Ergebnis das dann so aus:

Entgegen meiner Propaganda wurde ich für das zu Fall bringen des Publikumslieblings "dezent" ausgebuht :D
Ach, hab ich schon meinen neuen Helm erwähnt?^^
Ich arbeite jedenfalls im Rahmen meiner Möglichkeiten fleißig weiter. Also lochen und anreißen. Fürs Körnen und vernieten muss ich mir mal einen Baumstumpf aus dem Wald ziehen, damit ich das draußen machen kann, wo es hoffentlich weniger störend für die Nachbarn ist.

Donnerstag, 3. Dezember 2015

Splintenzeug Teil 9: Körnen, Bohren, Senken


So, ich habe jetzt beschlossen, das Ganze nicht weiterhin in einem Rutsch zu machen, sondern Rüstungsteil für Rüstungsteil.
Vorteile:

  • Nicht mehr Fließbandmäßig 7000x hintereinander die selbe Aktion, sondern nur noch 80x...
  • Sichtbare Ergebnisse
  • Gesammelte Erfahrungen können ins nächste Teil einfließen

Die Teile für den rechten Oberschenkel hatte ich bereits gekürzt und rundgeschliffen.

Am Wochenende habe ich mit einer Lochpfeife die Löcher ins Leder geschlagen:


Zuvor hatte ich die entsprechenden Punkte aus dem Schnittmuster auf das Leder übertragen um einigermaßen gleiche Abstände zwischen den Nieten zu erreichen
und die Nieten am Ende in der Höhe ungefähr in einer Reihe zu haben.

Gestern wurden die Splinten einzeln mit zwei selbsthaltenden Zangen ans Leder gepresst und durch die Löcher mit einer Reißnadel angerissen.


Mit einem Automatikkörner (es wird kein Hammer benötigt, man drückt oben drauf, irgendwann schlägt er von selbst zu) wurden dann alle Markierungen gekörnt.


Wer sich mit Metallbearbeitung nicht auskennt:
Ein (normaler) Körner ist praktisch ein Metallstift mit einer vergüteten 60° oder 90° Kegelspitze.
Diese Spitze setzt man am Schnittpunkt des horizontalen und vertikalen Anrisses an und schlägt dann mit dem Hammer eine Vertiefung ins Metall. Diese Vertiefung sollte so breit sein, dass die Querschneide des Bohrers (https://de.wikipedia.org/wiki/Bohrer#Schneidengeometrie) aufgenommen werden kann. Dies gibt dem Bohrer die initiale Führung und ermöglicht Punktgenaues Bohren (vorrausgesetzt man hat sauber und senkrecht gekörnt).
Und da kommen wir gleich zum Problem: Nachdem ich 12 Splinten fertig gekörnt hatte, ging ich an die Bohrmaschine um festzustellen, dass die Körnung zu klein war. So ist keine saubere Bohrung möglich.
Also alles nochmal mit einem normalen Körner nachgearbeitet:


Anschließend wurden die Splinten in den Maschinenschraubstock gespannt und unter Zuhilfenahme eines Schmiermittels gebohrt.

Dabei entstehen natürlich scharfe Grate. Diese werden mit einem Kegelsenker entfernt:

Bisher habe ich glaube ich 6 von 12 Splinten für den rechten Oberschenkel gebohrt und gesenkt. Morgen mache ich den Rest, dann kommt die Schnellpolitur.
Je nachdem ob mich das Finish dann überzeugt, kann ichs danach Lackieren und am Samstag hoffentlich die ersten Nieten einschlagen :)

Freitag, 27. November 2015

Splintenzeug Teil 8: Verdammte Ka$%e! Alles zu lang!


So, der Winter ist zurück, es geht weiter. Ich habe die Rüstung inzwischen recht häufig im Schaukampf-Training eingesetzt und festgestellt, dass der Schnitt an sich funktioniert. Prima :)
Das Ausbeulen habe ich inzwischen aufgegeben. Ziemlich müßige Arbeit und zudem habe ich gelernt, dass ich mein Kit nicht wirklich auf Spiegelglanz polieren will. Tobi Capwell (Kurator der Wallace Collection) hat mir erklärt, dass ich mir das wohl niemals hätte leisten können. Wo die Rüstungs-Politur heute beim Endpreis zwischen 10 und 30% ausmacht, waren's früher bis zu 80%. Und das, wo Rüstung sowieso schon unglaublich teuer war. Also. Solange ich keinen Herzog/König spiele, trage ich kein Hochglanz-Kit. Heißt auch, dass ich über das restliche Zeug mit einem feinen Polier-Pad drübergehen werde um den Spiegel-Effekt zu verringern.
Aber nun zum eigentlichen Problem: All meine Splinte sind zu lang. Warum? Nicht nachgedacht:
Weiter oben kann man sehen, wie ich die Splinte einfach auf das ursprüngliche Schnittmuster gelegt, angezeichnet und abgelängt habe. Doof nur, dass das Leder ja durchs Kochen schrumpft. Das macht bei den Schienbeinen (längstes Teil) teilweise bis zu zwei Zentimetern aus:

Inzwischen bin ich aber davon abgekommen das Ablängen mit der Stichsäge zu machen. Das ist ne enorme Drecksarbeit und dauert ne halbe Ewigkeit. Stattdessen: FLEX-POWER!
Wir sind im Sommer umgezogen und ich habe jetzt einen richtig schön sauigen Keller, der direkt unter unserer Wohnung liegt. Keine Lärmbelästigung für niemand, solange ich nicht hämmere.
Für das Trennen der Schienbein-Splinten (je 9 Stück) + grobes Entgraten und Abrunden der spitzen Ecken mit der Fächerscheibe habe ich jeweils 20 Minuten gebraucht. Rekordzeit! :) Dafür tut mir heute aber auch der Arm weh. Auf Dauer ist der Drehmoment einer Trennscheibe mit 13000 Umdrehungen für eine Hand ganz schön hässlich.
Die Nächsten Schritte sind: Leder lochen; Splinten körnen, Splinten bohren, Bohrungen senken, Splinten "polieren" (Flex-Polierschwamm-Fächerscheiben! Yeah! Für dickere Unterarme!), auf der Innenseite Rostschutzlack aufsprühen, Aufnieten. Ich hoffe, dass ich nächstes Wochenende mit dem Nieten loslegen kann. Hab jetzt jeden Samstag & Sonntag ein paar Stunden dafür Zeit, da ich auf einem Mittelalterlichen Weihnachtsmarkt hier um die Ecke rumsitze...

Mittwoch, 15. April 2015

Splintenzeug Teil 7: Ausbeulen | Schulterpanzer


Letzte Woche hatte ich Urlaub! Und was macht man im Urlaub? Man fährt mit der ganzen Klikke in ein Haus im Wald im Elsass, ganz weit ab vom Schuss. Dort kann man nix machen außer Basteln, Wandern, Spielen und Schlafen.
Na ja, vielleicht schon, aber wir haben uns auf das Vorgenannte (natürlich exklusive Wandern, denn das verbrät ja unnötig Zeit) beschränkt. Neben einigen Klamotten und Larp-Waffen-Rohlingen sind dabei auch endlich die Schulterpanzer fertig geworden :)
Hier mal ein Bild am Rüstungsständer (Leider mal wieder nur Handy-Qualität):
Die Teile sind jetzt auf Hochglanz poliert:
Feck yeah! Irgendwann zieh ich den Rest nach :)
Gestern habe ich einen ersten Versuch in Richtung Ausbeulen der Splinten gestartet. Darum geht's:

Die hellen Stellen in der Bildmitte sind Beulen und die sollen nach Möglichkeit verschwinden, weil das ganze sonst nach dem Polieren den Spiegelglanz stört. Jetzt hatte ich aber gestern meinen eigenen Hammer zu Hause vergessen und habe einfach mal einen aus der Werkstatt genommen. Tja, das gab leider fette Hammermarken, weil die Bahn (Schlagfläche) des Hammers eben nicht so schön poliert war wie bei meinem eigenen. Die Marken habe ich leider durch (von Hand) schleifen und vorpolieren nicht richtig raus bekommen. Crappity Crap.
Heute Abend versuch ich es mal mit dem eigenen Hammer. Ich hoffe das wird besser, sonst lasse ich die Beulen vielleicht drin. Oder ich geh mal zum Micharrr und frag den, ob er ne bessere Idee hat. Aber erstmal selber probieren :)
Versuch macht kluch.

Mittwoch, 25. März 2015

Splintenzeug Teil 6: Ablenkung

Huch, schon ein Monat rum seit dem letzten richtigen Update... Ich geb's zu, ich habe mich ein wenig ablenken lassen. Nach 2 1/2 Monaten Wartezeit sind endlich die Gürtelbeschläge angekommen, die ich um Weihnachten rum bestellt habe. Die wollen natürlich gleich auf ein passendes Leder. Für 'ne Con im April brauch ich dringend eine Stangenwaffe, also ging's nach einem 3/4 Jahr Pause auch endlich bei der Mordaxt weiter. Bei einer Vereinsinternen Auktion habe ich ein paar Schulterpanzer erstanden, die ich von brauner und grüner Farbe befreien musste. Neue Riemen müssen auch dran. Wie ich da auf die Idee kam, dass man das mal schnell zwischendurch lösen könnte weiß ich leider nicht. Jedenfalls kam es unter anderem dadurch zu einer gewissen Stagnation.
Gestern Abend konnte ich mich endlich mal wieder meinem Lieblingsprojekt widmen :) Also habe ich die letzten 5 Meter Eisen gebogen, was inzwischen echt flott von der Hand geht. Wenn man dabei nicht den "Death Grip" auf den Hammer anwendet, tut einem am nächsten Tag nichtmal der Arm weh :)

So, da seht ihr also die Prokastenatoren und die wartenden. Schulterpanzer und Splinten.
Was steht als nächstes auf dem Plan? Ausbeulen.
Beim ersten Biege-Durchlauf entstehen auf jedem Streifen ordentliche Dellen. Da ich mir den Act geben werde, das ganze Geraffel kurz vor'm Aufnieten noch zu polieren, will ich natürlich nicht, dass man die danach sieht. Also müssen die raus. Das wäre der erste Streich.
Als nächstes muss ich die Position der Löcher anreißen. Dafür will ich noch einen ordentlichen Schlosser-Zirkel.
Dann wird alles auf die Form der Lederschienen gebogen, Löcher gekörnt (der Automatik-Körner ist schon angekommen, yay!) gebohrt und entgratet. Dann poliert und schließlich vernietet. Zack! Schon fertig :D
Bei einigen Punkten werde ich wohl auf Rat/Hilfe vom Michaaar zurückgreifen (dürfen :) )
Sobald es wieder etwas berichtenswertes gibt, werdet ihr's hier lesen können!

Mittwoch, 25. Februar 2015

Splintenzeug Teil 5: Zwischenstand

So, heute hab ich mal die komplette Ausrüstung für's Fecht-Training angelegt und ein paar Schnappschüsse machen lassen. Das Anrödeln dauert mit all den Schnallen schlappe 13 Minuten.

Und noch ein leider sehr unscharfes Bild, quer durch die Halle geknipst, aber ich finds trotzdem ganz nett, weil's nicht gestellt sondern aus der Bewegung raus ist:

Sonntag, 22. Februar 2015

Splintenzeug Teil 4: Eisen biegen

Eisenbiegen...

Bevor man mit dem Eisenbiegen loslegen kann, muss man natürlich einiges vorbereiten.
Zuerst ist es wichtig zu wissen, wieviel Material man insgesamt braucht.
Dazu habe ich mir auf meine Schnittmuster aufgezeichnet, wie die Splinte auf dem Leder verlaufen sollen.

Alle Splinte wurden durchnummeriert und die maximal-Länge ausgemessen und notiert. Jetzt könnte man natürlich
wild Stahl bestellen und einfach eins nach dem anderen abschnippeln. Dann bleibt aber eine Menge Zeug übrig.
Also: Tabelle gemacht und geschaut, ob man die Stücke einigermaßen Sinnvoll sortiert bekommt, so dass pro Meter Stahl 1-2cm Verschnitt entstehen.
Das war das Ergebnis:

11 Streifen pro Seite werden für mein Projekt benötigt. Bestellt habe ich 24 Streifen, damit ich etwas Backup habe, falls ich etwas verkacke oder später mal etwas kaputt geht.

Der gelieferte Stahl hat durch das Abscheren beim Lieferanten eine leichte Torsion, daher musste ich sie alle einzeln erstmal geradebiegen. Aufgrund der Länge funktioniert das am einfachsten mit einem Schraubstock und einer Feststell-Zange. Über beide Enden der Streifen habe ich ein Stück Stoff gelegt, damit Zange und Schraubstock-Backen den Stahl nicht zerkratzen.
(Hat am Schraubstock nicht 100%ig funktioniert, daher kommt später eine Verbesserung...)

Nächster Schritt: Mittellinie anreißen.

Damit später die Löcher alle schön mittig in einer Reihe sitzen, macht es Sinn, sich jetzt die Mittellinie zu markieren.
Hierfür habe ich ein 50cm Stahl-Lineal und eine Reißnadel verwendet.

Ab hier habe ich in Paketen gearbeitet. 3-4 Streifen komplett verarbeitet, dann das nächste Paket angefangen. Das ist meiner Meinung nach ein guter Kompromiss zwischen Effektivität und Eintönigkeit.

Anzeichnen:

Auf der Schablone sind die einzelnen Splinte jeweils mit der Position des Splints auf der Schablone (hier S4) und mit der Streifen-Nummer (hier 2) beschriftet.
Jetzt schnappe ich mir einen Streifen Stahl und arbeite alle Splinte einer Streifen-Nummer(2) auf den verschiedenen Schablonen ab. Der Streifen wird hierfür unter die Schablone an die Position des Splints gelegt und mit einem dicken Bleistift oder Permanentmarker angezeichnet. Anschließend wird mit der Reißnadel die Splinten-Position (S4) auf den gerade markierten Splint geritzt (Rückseitig natürlich). Bleistift oder Permanent-Marker verwischen gern beim Bearbeiten.
Mangels eines dieser wundervollen Geräte namens Beverly-Shear, die man immer bei den ausländischen Rüstungsbauern sieht, muss ich meine Stahl-Streifen leider mit der Stich-Säge zuschneiden.

Das ist leider ultra-Langwierig -.-
Dabei sollte man immer Gehörschutz, derbe Handschuhe und Schutzbrille tragen. Letzte Woche hab ich's geschafft einen Sägespan mit dem Auge zu fangen. Und das trotz Schutzbrille UND normaler Brille (zu schmales Gesicht, ist irgendwie durch den Spalt zwischen Schutzbrille und Nasenbeinseite gehüpft, aber es ist nix passiert, konnte ihn einfach auswaschen).

Kanten abrunden
Meine Splinten sollen an ihren Enden schön zur Form des Leders passen, daher entstehen beim zusägen Teilweise recht üble spitze Winkel, die so an einer Rüstung nicht viel zu suchen haben.

Leider bin ich nicht Stichsägenkünstler genug um das direkt schön rund zuzuschneiden, also kommt hier eine Schrupp-Feile (also eine ganz grobe) zum Einsatz. Damit mir der Schraubstock nicht den Stahl versaut (diese Rauten kriegt man im Nachhinein kaum noch raus), habe ich mir provisorische Schutzbacken aus Holz gebaut, die einfach vor die Schraubstock-Backen gehängt werden.
 
Wenn die Enden dann grob abgerundet sind, wird entgratet. Das mache ich nicht mit der Feile. Ich spanne einen handelsüblichen Bandschleifer in den Schraubstock und ziehe darauf die Kanten ab (Bild liefere ich nach).
Man kann natürlich auch damit die Enden abrunden, aber eine 1,5mm breite Stahlecke frisst so ein "günstiges" Bandschleifer Band zum Frühstück. Und ganz so günstig sind die Bänder dann doch nicht...

Jetzt ist’s endlich soweit! Eisenbiegen! Meine erste Idee war, ein Hartholz zu nehmen, eine gerundete Rille hineinzustemmen/schleifen und darin mit dem Ballhammer das Material zu formen (Bild liefere ich nach).
War aber nicht ganz so praktikabel. Erstens dauert's wirklich ewig bis man mal so 'nen Splint fertig hat, und zweitens nutzt sich die Rille schnell ab. Nach vier Splinten, einem verballerten Dienstag-Abend und einem danach unbrauchbaren Holzklotz habe ich diese Idee beerdigt.
Mit einem meiner Rüstungsbauer-Mitstreiter, der sich gerade Stundengläser baut, habe ich etwas überlegt. Er hat sich an ein Video erinnert, indem ein Rüstungsbauer die kleinen Plättchen für seine Handschuhe einfach mit zwei ineinandergeschobenen Rohren zurechtgebogen hat. Jetzt war der Typ aber erstens ein Bär, was man von mir nicht behaupten kann (vom Brusthaar mal abgesehen ^^) und zweitens sind meine "Plättchen" ein kleines Stückchen länger. Mit "durch drauflehnen verbiegen" würde ich also nicht weit kommen. Egal, der Ansatz ist aber schon mal gut. Auf in den Baumarkt.

Dort habe ich bei den Wasserleitungen verschiedene Stahl-Rohre gefunden: 1", 3/4" und 1/2". Das 3/4" passt problemlos ins 1", das 1/2" könnte man vielleicht unter Anwendung grober Gewalt ins 3/4" Rohr treiben.
Von allem 40cm gekauft und zurück in die Werkstatt.

Mit der Stichsäge habe ich das 1" Rohr auf ca. 20cm ab gelängt. 2cm vom Ende des Rohres entfernt habe ich nun einige in Längsrichtung direkt nebeneinander liegende Löcher gebohrt (sieht man noch). Dann habe ich das Rohr jeweils 2cm vom Ende entfernt bis zur Hälfte eingesägt, dann das Sägeblatt in die nebeneinanderliegenden Löcher eingeführt und das Rohr so auf gesägt, dass ein Teilstück herausfällt.
(Ich hoffe man kann anhand des Bildes erkennen was ich krampfhaft versucht habe zu beschreiben...)
Vom 3/4" Rohr habe ich ein Stück abgetrennt, das etwa so lang ist wie die Aussparung im 1" Rohr. Danach habe ich mit der Rundfeile versucht innen die Schweißnaht zu entfernen, damit das 1/2" Rohr besser hineinpasst und anschließend versucht es hineinzutreiben. Leider hat mein Handgelenk vor den Rohren aufgegeben, aber ich habe nun zumindest auf 75% der Länge ein wirklich stabiles Rohr.
Die 1/2" + 3/4" Rohrkombi wird mit dem 1" Rohrzuschnitt zusammengesetzt und ergibt somit das Form-Werkzeug.
 
Jetzt geht's wieder zur Fließbandbearbeitung:
Vorne den Splint ein Stück in das Werkzeug hineinschieben, oben mit dem Hammer draufhauen. Splint weiter reinschieben, Innenrohr leicht drehen, draufhauen. Und so weiter.
Idealerweise macht man einen schnellen Durchlauf um den ganzen Splint grob in Form zu bringen und einen sorgfältigen Durchlauf um die Rundung "perfekt" zu gestalten.

Durch das Drehen des Innenrohrs nach jedem Hammerschlag sollte das so einigermaßen seine Rundung Form behalten und nicht zum Ei werden. Auf Dauer wird's natürlich länger und dünner.
Eine schwingungs- und dämpfunsfreie Unterlage erleichtert das Arbeiten enorm. Auf dem Ambos geht das deutlich leichter als auf der Richtplatte des Schraubstocks...
 
Um mir die Arbeit ein kleinwenig zu erleichtern habe ich meine gesamten Schweißkünste in dieses Projekt eingebracht und habe mir unten einige Punkte mit dem Elektrodenschweißgerät gesetzt, sodass das halbe Rohr nicht wegrollen kann. Eigentlich war der Plan, das Halbrohr auf einen Vierkant zu setzen und somit eine Art "Gesenk" herzustellen. Dafür hat's aber nicht gereicht.
Fuck you Elektrodensch(w)eißgerät. Ich schaff's auch ohne dich.

Das war jetzt eigentlich auch schon das ganze Hexenwerk. 11 von 18 Metern habe ich -denke ich- schon durch die Mangel gedreht, aber ich glaube der richtige Spaß geht erst beim vernieten los.
Ich freu mich ja schon so drauf.

Falls jemand einen Tipp parat hat: Ich wollte für das Vernieten auf der Rückseite M3er Unterlegscheiben verwenden, damit sich die Niete nicht so schnell durchs Leder zieht. Nun hat die aber einen Innendurchmesser von 3,2mm, während der Nietschaft einen Außendurchmesser von 3mm hat. Das initiale Verklemmen der Scheibe mit dem Schaft ist dadurch nicht ganz trivial (sag ich mal so nach 10 Versuchen).
Habt ihr eine Idee, wie/wo man an passende Scheiben kommt? Selbermachen kommt bei >700 benötigten Nieten genauso wenig in Frage wie Pass-Scheiben für 0,10€ das Stück...

Ach ja. Hier waren letzten Mittwoch Faschingsferien, daher war unsere Halle zu und wir hatten kein Training. Diese Woche müsste es aber klappen mit den Bildern vom Zwischenstand.