Huch, oben gezeigtes Beil und Streithammer wurden leider nie fertig gestellt. Keinen Bock mehr auf Latex.
Entsprechend habe ich beschlossen das Schwert für meinen werdenden
Ritter zu kaufen und nicht zu basteln. Klingen aus Schaumstoff
herzustellen liegt mir nicht. Also habe ich mich für ein Calimacil
Novice II in der "langen" einhändigen Variante entschieden. Was mir
daran gefällt: Relativ schlicht, Griff, Knauf und Parier sehen aus wie
die Repräsentation von Oakeshott Type XIII. Komplett geschäumt und
dadurch schöner zu kämpfen (weniger kleb), haltbarer und weniger
Wartungsaufwand.
Nun zum eigentlichen Thema:
Ich will hier grundsätzlich mit Kunstharz arbeiten. Bei einem
Dolchscheiden-Versuch im letzten Jahr habe ich Glasfaser-Filament als
Träger benutzt. Finde ich aber schwierig um eine Klinge zu wickeln,
wurde recht "holprig". Daher wollte ich schauen, ob das
Linothorax-Prinzip auch mit Kunstharz funktionert.
Ich habe mir also 1 Schlauch aus schwarzer Wolle genäht, dieser soll
die Klinge vor Abrieb durch den eigentlichen Korpus schützen. Andere
verwenden hierfür Fleece.

Danach habe ich 4 Schläuche aus Ikea Bomull genäht, immer einen nach
dem anderen, schön eng um den vorigen Schlauch herum. Ziemlich
aufwändig. Ich habe hier darauf geachtet, dass der Fadenlauf abwechselnd
längs und diagonal läuft (+ und x auf den Schläuchen):

Wie
schon oben zu sehen, habe ich das Schwert vor der Kunstharz-Aktion
erstmal komplett eingepackt. Dazu habe ich Frischhaltefolie als Schicht 1
und Duct-Tape als Schicht 2 verwendet. Damit bleibt a) das Schwert
schön sauber und b) bekommt es etwas Spielraum damit man die Klinge
später (ohne Duct-Tape) aus der sonst echt knallengen Scheide ziehen
kann.
Nachdem ich den Wollschlauch übergezogen habe, habe ich auch hier
eine Schicht Folie und Duct-Tape übergezogen und die "Nahtstelle" zum
Parier ebenfalls abgedichtet, sodass kein Harz an den Wollschlauch
gelangen kann.
Damit die Scheide später schön glatt wird, habe ich nach dem
Aufziehen eines jeden Leinen-Schlauches die Nahtzugabe mit
Sekundenkleber flach angeklebt:

Hab
das ganze dann an die Werkbank geklemmt und den Boden geschützt. Ich
hab dann 120gr Komponente A mit 60gr Komponente B gemischt und eine
feinfaserige Lackier-Rolle bereitgelegt.

Bei
der Dolchscheide habe ich damals festgestellt, dass sich der Kunstharz
besser per Rolle als per Pinsel auftragen lässt. Wird gleichmäßiger,
tropft nicht, man kann schön Druck ausüben und das Harz in die Schichten
massieren, ohne dass Haare gelassen werden. Schutzhandschuhe sind bei
dem Zeug natürlich obligatorisch:

Nachdem
ich mit dem Auftragen fertig war, hab eine Heizung unters Schwert
gestellt. Der Epoxidharz sollte bei minimal 18°C verarbeitet werden,
aber die Kellerwerkstatt hat eher so 8°C, also: ganz sanft beheizen.

Hier
sieht man auch den Versuch die Nahtzugabe "einfach" festzunähen.
Dauerte aber ungleich länger und wurde nicht so sauber. Jo, jetzt heißt
es 24h warten. Das Teil soll später mit grünem Leder bezogen werden.
Selbiges wird Punziert und gestanzt (mit rotem Leder hintendran).
Ortblech und Aufhängung werden aus Messing gefertigt. Aber bis dahin
gehen noch ein paar Tage ins Land...
Bis bald!