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Sonntag, 11. März 2018

Kurzschwert-Scheide Teil 4

Der Arbeit letztes Kapitel...

Jetzt fehlte nur noch das Mundblech. Mit meiner Edel24 Stanze habe ich einfach jeweils drei Löcher nebeneinander gesetzt und so eine Menge Dreipässe erzeugt. Den oberen und unteren Rand habe ich ebenfalls zur Hälfte gelocht, damit ich den Rand oben um die Öffnung schlagen kann und unten als Kralle ins Leder biegen kann...
Man sieht hier unten eine erste Version der Aufhängung, die ich später nochmal abgeändert habe...
Aber was man auch sieht, sind die Zapfen, die hier nach oben gebogen sind... Das Ziel ist es, über sie ein Blech zu legen, was genau passende Aussparungen hat und das Mundblech dann mit diesen Zapfen zu verschließen.
 
 Hier beim Herstellen des Auflagebleches...

Und so sieht das gute Stück dann fertig aus...




 Die Punzierung im Detail


Der besonders schön gelungene Rücken... 

Das Ortblech von vorne

Und hier der Verschluss und die Aufhängung (speziell für einen noch anzufertigenden Prunkgürtel ausgedacht)
 Die Krönung :)

Alles in allem war's mal wieder ein scheiß Geschäft und ich bin froh, dass ich es rum habe. Aber immerhin hat sich die Arbeit am Ende gelohnt und ich bin stolz auf mein Werk... :)

Samstag, 3. März 2018

Kurzschwert-Scheide Teil 3


Beim Lederbezug der Scheide hab ich mir viel Mühe gegeben.
Ich habe mich entschlossen, sie grün und rot einzufärben (mit Fiebings Oil Dye), und habe sie (für meine Verhältnisse) recht aufwändig punziert. Zusätzlich habe ich Herzchen aus dem dicken Oberleder gestanzt und sie mit dünnem, rotem Leder hinterlegt.




 Leider hat das Leder die Punzierung nicht so gut angenommen (vielleicht war es nicht vegetabil gegerbt? Stammte aus dem Fundus meines Vaters...).
Jedenfalls sieht so die Rückseite aus, nachdem ich das Leder mit Pattex auf die Scheide geklebt habe (was ein echter Arschkrampf war):

Mit dem Kopier-Rad hab ich die korrekten Abstände markiert, so war das saubere Nähen ein Kinderspiel.
Als nächstes folgen natürlich Ort-und Mundblech, welches ich aus Messing machen wollte:
 Oben die Ausgangsform... Messing ist nur heiß gut zu bearbeiten, aber auch da stieß ich recht schnell an meine Grenzen was das Treiben angeht.
So eine kleine Lötlampe ist aber wahrscheinlich auch einfach nicht kräftig genug...
Zwischenstand... Frustrierend langsamer Fortschritt...
Und hier der Fuck-it!-Point. Sah nicht schön aus, wäre noch unendlich viel Arbeit gewesen. Also anderer Ansatz. Zurück an den Pizza Karton!
Direkt am Objekt habe ich mit Pizza-Karton (mein lieblings-Material für Schablonen) herumgespielt bis ich die hoffentlich passende Form heraus hatte...
 Soweit ließ sich das mehr oder weniger ohne Hitze biegen.
Andere Seite...
 Nun mit dem Gasbrenner ran, heiß machen, langsam abkühlen lassen. Dann wird das Messing wieder weicher und biegsamer.
 Das reicht an Spaltmaß für den Lötvorgang.
Von Vorne... Das ist ja jetzt ziemlich Spitz. Also muss da vorne was ran, was weniger Aua macht. Schmelzofen angeworfen...
 Der Tiegel mit flüssigem Messing kommt aus dem Ofen

Und der Inhalt landet in der Gussform... (tatsächlich ein anderer Gussvorgang...)
Hier das Ergebnis: Eine Eichel an einem 3mm dicken Schaft. Der Anguss wurde abgesägt, die Spitze des Ortblechs ein wenig gekürzt und alles wurde zusammengelötet:

Zum Löten hab ich den oben gezeigten Turbo-Lötbrenner benutzt (der muss ordentlich Hitze generieren), sowie Silberhartlot und entsprechendes Flussmittel, das ich bei zu Jeddeloh erstanden habe. Als nächstes dann das Ortblech...


Donnerstag, 15. Februar 2018

Kurzschwert-Scheide Teil 2

So, Harz getrocknet... Es war ganz schön mühsam die Tape-Schutzschicht des Wollschlauchs aus der Hülle zu ziehen... Die Kanten des Tapes haben sich scheinbar ein bisschen mitlaminiert. Ganz knapp vorm "Fuck this shit"- Moment hat's dann mit einem "Ratsch!" doch noch aufgegeben und ist dann rausgeflutscht.
So, zum Ergebnis:
Grundsätzlich schon sehr stabil, und schön leicht. Aber ob's einen Sturz aushalten würde(also Ottokar auf Schwert/Scheide)? Hmmm. Und mir ist etwas aufgefallen: Auf der Innenseite haben sich lange "Blasen gebildet. Die Klinge erlaubt von ihrer Form her wohl einen Durchhang der Schläuche, vielleicht kommt'ts aber auch einfach vom Schläuche übereinanderziehen:





































An diesen Stellen, die Teilweise über 3/4 der Länge der Scheide gehen, sind also maximal 3 Lagen leinen sauber mit einander verbunden. Meh. Also vielleicht doch nochmal Glasfaserfilament?
Da die Aktion mit dem Glätten der Nahtzugaben durch Sekundenkleber gut geklappt hat, habe ich beschlossen, das Filament einfach auch durch Sekundenkleber-Tupfer zu fixieren und somit Faltenwurf zu verhindern:

Links sieht man die erste Schicht in Köperbindung. Soll angeblich ein sehr stabiles Laminat ergeben, ist beim Zuschnitt aber die Hölle weil es sich in alle Richtungen verschiebt. Als Abschluss noch eine Lage in Leinwandbindung, die ist leicht zu glätten. Ich hab alle 5cm einen Tupfer Sekundenkleber gemacht. In der Mitte angefangen und in Längsrichtung zum Ende hin gearbeitet, dann jeweils nach außen. Hat super geklappt, 0 Faltenwurf! Yay!
Ich hab für diese Aktion nochmal insgesamt 90gr. Epoxy angemischt, und das hat genau gereicht. Beim letzten mal sind 30gr übrig geblieben. Bin gespannt, wie sehr sich die Festigkeit erhöht!
Nachtrag: Ich hab jetzt keine Angst mehr drauf zu fallen. Wahrscheinlich tu ich mir dabei mehr weh als der Scheide...

Dienstag, 13. Februar 2018

Kurzschwert-Scheide Teil 1


Huch, oben gezeigtes Beil und Streithammer wurden leider nie fertig gestellt. Keinen Bock mehr auf Latex.
Entsprechend habe ich beschlossen das Schwert für meinen werdenden Ritter zu kaufen und nicht zu basteln. Klingen aus Schaumstoff herzustellen liegt mir nicht. Also habe ich mich für ein Calimacil Novice II in der "langen" einhändigen Variante entschieden. Was mir daran gefällt: Relativ schlicht, Griff, Knauf und Parier sehen aus wie die Repräsentation von Oakeshott Type XIII. Komplett geschäumt und dadurch schöner zu kämpfen (weniger kleb), haltbarer und weniger Wartungsaufwand.
Nun zum eigentlichen Thema:
Ich will hier grundsätzlich mit Kunstharz arbeiten. Bei einem Dolchscheiden-Versuch im letzten Jahr habe ich Glasfaser-Filament als Träger benutzt. Finde ich aber schwierig um eine Klinge zu wickeln, wurde recht "holprig". Daher wollte ich schauen, ob das Linothorax-Prinzip auch mit Kunstharz funktionert.
Ich habe mir also 1 Schlauch aus schwarzer Wolle genäht, dieser soll die Klinge vor Abrieb durch den eigentlichen Korpus schützen. Andere verwenden hierfür Fleece.

Danach habe ich 4 Schläuche aus Ikea Bomull genäht, immer einen nach dem anderen, schön eng um den vorigen Schlauch herum. Ziemlich aufwändig. Ich habe hier darauf geachtet, dass der Fadenlauf abwechselnd längs und diagonal läuft (+ und x auf den Schläuchen):
Wie schon oben zu sehen, habe ich das Schwert vor der Kunstharz-Aktion erstmal komplett eingepackt. Dazu habe ich Frischhaltefolie als Schicht 1 und Duct-Tape als Schicht 2 verwendet. Damit bleibt a) das Schwert schön sauber und b) bekommt es etwas Spielraum damit man die Klinge später (ohne Duct-Tape)  aus der sonst echt knallengen Scheide ziehen kann.
Nachdem ich den Wollschlauch übergezogen habe, habe ich auch hier eine Schicht Folie und Duct-Tape übergezogen und die "Nahtstelle" zum Parier ebenfalls abgedichtet, sodass kein Harz an den Wollschlauch gelangen kann.
Damit die Scheide später schön glatt wird, habe ich nach dem Aufziehen eines jeden Leinen-Schlauches die Nahtzugabe mit Sekundenkleber flach angeklebt:
Hab das ganze dann an die Werkbank geklemmt und den Boden geschützt. Ich hab dann 120gr Komponente A mit 60gr Komponente B gemischt und eine feinfaserige Lackier-Rolle bereitgelegt.
Bei der Dolchscheide habe ich damals festgestellt, dass sich der Kunstharz besser per Rolle als per Pinsel auftragen lässt. Wird gleichmäßiger, tropft nicht, man kann schön Druck ausüben und das Harz in die Schichten massieren, ohne dass Haare gelassen werden. Schutzhandschuhe sind bei dem Zeug natürlich obligatorisch:
Nachdem ich mit dem Auftragen fertig war, hab eine Heizung unters Schwert gestellt. Der Epoxidharz sollte bei minimal 18°C verarbeitet werden, aber die Kellerwerkstatt hat eher so 8°C, also: ganz sanft beheizen.
Hier sieht man auch den Versuch die Nahtzugabe "einfach" festzunähen. Dauerte aber ungleich länger und wurde nicht so sauber. Jo, jetzt heißt es 24h warten. Das Teil soll später mit grünem Leder bezogen werden. Selbiges wird Punziert und gestanzt (mit rotem Leder hintendran). Ortblech und Aufhängung werden aus Messing gefertigt. Aber bis dahin gehen noch ein paar Tage ins Land...
Bis bald!

Dienstag, 21. April 2015

Larp-Waffen Bastelei 10

Mordaxt, Streitbeil und Streithammer
Eigentlich dachte ich, ich hätte den Blog vor 3 Wochen aktualisiert, hab ich aber wohl doch vergessen.
Die Mordaxt ist nämlich fertig:

Leider ist sie ziemlich verpickelt. Zusammen mit einem Vereinskollegen
haben wir etwas rumprobiert und analysiert. Wir sind zum Schluss gekommen,
dass das Latex beim Sprühen mit der Airbrush bereits in der Luft antrocknet und klumpt.
Wir wollen demnächst mal auf eine HVLP-Spritzpistole umsteigen, Ammoniakfreies Latex verwenden und das ordentlich verdünnen. Wir erhoffen uns dadurch ein schöneres Ergebnis.
Vor zwei Wochen war ich mit meinem Verein auf 'ner Bastel-Freizeit und hab auch hier mal wieder an zwei neuen Waffen gebaut. Ziel ist es, zwei meiner besten Freunde ins Hobby zu holen. Der erste Schuss mit Larp-Heroin soll also kostenlos sein:
Wenn sie dabei bleiben bekommt jeder von ihnen die Waffe, die ich ihnen für die erste Con zur Verfügung stelle geschenkt :)
Hier ein paar Bilder:

Das Bleiband bringe ich an der Stelle unter, an der später gegriffen wird. Damit das nicht auffällt wird alles so gut wie möglich mit kleinen Schaumstoff-Resten abgedeckt. Ergebnis ist eine schwere Waffe mit einem angenehmen Griff-Durchmesser und festem Griff.

Hier die Konstruktion des Hammerkopfes: An den Kernstab wurde vorne und hinten jeweils 1cm dicke Matte angeklebt. Das gelbe ist Kevlar/Aramit-Gewebe was ein Abreißen verhindern soll. Das Kevlar geht jeweils um den Kernstab herum (das Kevlar für die Hammerbahn ist durch einen Schlitz im Kevlar für die Spitze gefummelt). Auf beiden Seiten wurde anschließend eine weitere 1cm dicke Matte aufgeklebt.

Hier der Aufbau der zweiten Waffe: Eine Axt/ein Beil aus dem 14. Jahrhundert. Auf den Kernstab kommt seitlich noch eine 5mm Matte, anschließend wurde alles nochmal mit einer 3mm Matte umwickelt, was einen schönen Axt-Stiel ergibt.
Hier die fertigen Rohlinge:

Ich warte jetzt noch gespannt auf Latex und HVLP-Pistole, und dann geht's weiter!

Donnerstag, 14. August 2014

Larp-Waffen Bastelei 9

In Farbe. Und Bunt.
So, 8 Schichten Latex waren drauf, fehlten noch zwei mit Farbe. Das Metall habe ich mir wie oben schon angekündigt aus Vallejo German Grey und ArmyPainter Plate Mail (dunkle Silber-Metallic Farbe) angerührt. Fürs Holz habe ich Vallejo Panzer Aces New Wood verwendet:

Erstmal ziemlich grell, aber da fehlt auch noch die Maserung. Ein paar Worte zu der Farbe "New Wood":Irgendwas ist da drin, was das Latex sehr schnell zum "abbinden" bringt. Drei Minuten nachdem ich Farbe und Latex verrührt hatte, wurde das gemisch plötzlich sehr dickflüssig und ließ sich kaum noch sprühen. Ich musste es ständig nachverdünnen und trotzdem hat die Airbrush-Pistole nur gespuckt. Sehr frustrierend. Nach der ersten Schicht bin ich daher auf zwei ähnliche Farbtöne umgestiegen um das ganze deckend zu machen. Also: Nicht "New Wood" verwenden.
Als nächstes kam eine Mischung aus Wasser, Latex und etwas dunklerem Braun drauf. Wasser, damit es nicht 10 Sekunden nach dem Aufsprühen festtrocknet, denn dann kann man keine Maserung mehr reinbringen, Im Gegensatz zum Bild, was ich nur fürs zeigen des Farbunterschieds gemacht habe, kann man direkt sehr große Flächen sprühen, das gibt dann später eine gleichmäßigere Maserung. Man sollte jedoch darauf achten, dass die ganze Fläche etwa gleichmäßig und nicht zu stark benetzt ist. Gefühlssache.

Dann kommt ein alter Kamm zum Einsatz, der die Maserung zieht:

Man muss kurz warten, bis das Latex ganz leicht abbindet, dann zieht man den Kamm über die noch feuchte Farbschicht. ruhig mehrmals. Dazwischen immer mal wieder die Zinken sauber wischen.

Die Mordaxt wird leider nicht so schnell fertig. Nächste Woche Mittwoch steht der dritte Thaskarkrieg an und da der Ottokar sowieso noch nicht mit beidhändig geführten Waffen oder Langwaffen umgehen kann, gibts erstmal die einhändigen :)

So, hier noch ein paar Detailaufnahmen:


 


Und weil ich mir Anfang der Woche nicht sicher war, ob ich die Waffen rechtzeitig zur nächstwöchigen Con fertig bekomme, habe ich noch folgendes Schmuckstück in der Bucht geschossen. Gestern angekommen :)

Spitzen, Stacheln, Dornen! Ottokar steht drauf :)
Heute morgen kam übrigens die erste Schicht Isoflex auf die Waffen... Fast geschafft :)

Donnerstag, 7. August 2014

Larp-Waffen Bastelei 8

Live aus der Werkstatt



Puh... Keine großen Worte heute... Ich hab immer mehr Respekt vor Leuten die mit diesem Handwerk ihr Geld verdienen...